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Eure Velocity ist eine Lüge

Machen wir gleich zu Beginn eines klar: Velocity ist kein Maßstab für die Leistung von Entwicklern.

Wenn euer Team im letzten Sprint problemlos 40 Story Points geschafft hat und das mittlere Management für diesen Sprint plötzlich 50 Punkte fordert, hat es das agile Arbeiten komplett missverstanden.

Wenn eine Kennzahl zum Ziel wird

Es gibt eine alte Weisheit, bekannt als Goodharts Gesetz: Sobald eine Kennzahl zum Ziel wird, taugt sie nicht mehr als Kennzahl.

Wenn Führungskräfte die Velocity als Druckmittel missbrauchen, um mehr Output zu erzwingen, tun Teams das, was Menschen nun mal tun: Sie passen sich an. Sie blähen ihre Schätzungen einfach künstlich auf, um die Vorgaben zu erfüllen. Was früher eine 3-Punkte-Story war, wird plötzlich zu einer 5-Punkte-Story. Herzlichen Glückwunsch ans Management – die Velocity ist gerade um 20 % gestiegen, ohne dass auch nur eine einzige zusätzliche Zeile Code ausgeliefert wurde.

Velocity ist eine reine Metrik zur Kapazitätsplanung. Sie existiert nur, um eine einzige Frage zu beantworten: Wie viel Arbeit können wir uns für diesen Sprint realistisch vornehmen, ohne unser Team in den Burnout zu treiben?

Um eine echte, ehrliche Velocity zu ermitteln, braucht es ein psychologisch sicheres Umfeld, in dem Entwickler keine Angst haben, realistisch zu schätzen. Das fängt schon bei der Nutzung eines unabhängigen Online-Tools für Planning Poker an – fernab der neugierigen Blicke auf irgendwelche Management-Dashboards. Ein Ort, an dem das Team ehrlich und ungestört über Komplexität diskutieren kann.

Schützt eure Poker-Runden, haltet eure Schätzungen ehrlich und lasst die Velocity wieder das sein, was sie ursprünglich sein sollte: ein Planungswerkzeug für das Team und keine Zielvorgabe für den Chef.

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